Donnerstag, 3. November 2011

Devot - Was bedeudet es eigentlich (für mich)?

Interessante Frage. In meiner nahezu 20jährigen Weberfahrung, gerade im Fetischbereich, bin ich über die doch unterschiedlichsten Auffassungen gestolpert. Eigentlich auch nicht verwunderlich, denn jeder Dom oder Sub tickt ja auch irgendwie anders.

Hier mal 2 Definitionen, die zwar durchaus den Kern treffen, aber gleichzeitig Auslegungen in alle möglichen Richtungen zulassen: wikipedia und datenschlag.org.
Weiter habe ich erst mal nicht gesucht. Wer noch eine interessante Quelle hat, bitte im Kommentar posten.

Was bedeutet es aber ganz speziell für mich? Wie sehe ich mich selbst in meiner devoten Rolle der Damenwelt gegenüber?

Ich persönlich würde da sogar eher den Begriff Ritterlichkeit für treffender finden, weil es für mich weit über Belange wie Sexualität, BDSM oder Fetisch hinaus geht, denn auch im Alltag heist es für mich, den Damen gegenüber nett, freundlich, dienstbeflissen und hilfsbereit zu sein.
In meinem Selbstverständnis als Sklave der Damenwelt, spielen zwar die Befriedigung meiner eigenen Obsessionen durchaus eine Rolle, aber eher sekundär, denn primär ist zweifelsohne das Wohl der Damen und Erfüllung derer Obsessionen.

An dieser Stelle sei mir noch eine weitere Anmerkung gestattet:

Wie ich feststellen muß, gibt es ja unter Sklaven sehr bunt gefächerte Charaktere.

Das extreme gegenteil von mir, ist ein sabberntes, Schleimspur bildendes Kriechtier, welches permanent verbal geradezu herumschleimt, in der Hoffnung Aufmerksamkeit zu erhaschen und auch noch immer wieder seelisch gestreichelt werden muß, damit es ihm/ihr auch wirklich gut geht.

Für mich persönlich bedeudet Sklave sein, im Gegensatz dazu, eine eigene, gefestigte, starke Persönlichkeit zu haben und trotz devoter Grundeinstellung aufrecht durch's leben zu gehen.
Es ist geradezu ein muß für einen Sklaven stark zu sein, denn, vor allem in Hinblick auf 24/7/365 betrachtet, sollte Sklave eine Stärkung und Stütze seiner Herrin sein und keine zusätzliche Belastung.

##########

Und hier gleich noch ein Kommentar, der per Mail kam:

Von: Madame De Wollford
gesendet am: 3. November 2011 17:11
Betreff:
Re: [AlexKaviar's Blog] Devot - Was bedeudet es eigentlich (für mich)?

Na Ritterlichkeit ist dann doch sehr optimistisch, was die Selbsteinschätzung betrifft.

Aber das du deinen Fetisch nicht nur sabbernd *grinz* und auf einer *schleimspur* kriechend, sondern auch so weit dies möglich ist, im Alltag auslebst ist schon mal sehr löblich, denn darin unterscheiden sich eben auch langweilige, weil einfallslose und DUMME sklaven und aufregende und damit interessante dreckstücke, die zu führen eine Aufgabe ist.

Und sind es nicht die Aufgaben, die eine Beziehung interessant machen oder warum scheitern so viele Beziehungen am schnöden Alltag?

Eher sekundäre Befriedigung eigener Obsessionen halte ich für gewagt, denn “meine ganz persönliche Meinung“ nur wenn die Erfüllung der Obsessionen der Herrin mit den eigenen Obsessionen übereinstimmen ist eine wirklich dauerhafte Beziehung überhaupt möglich, weil sonst entweder das kleine dreckstück oder die Lady unzufrieden werden und ihre Befriedigung anderweitig suchen.

Dies mag zwar Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre dauern aber es wird passieren.

Aber ich möchte noch mal betonen, das dies “meine ganz persönliche Meinung“ zu diesem Punkt ist.

Du sprichst einen wichtigen Punkt an, wenn du von einem starken sklaven sprichst, denn selbstverständlich kann es nicht die Aufgabe der Lady sein ihrem kleinen geilen dreckstück bei jeder Aufgabe die Hand zu führen, nur um sicher sein zu können, dass auch alles zu ihrer Zufriedenheit erfüllt und erledigt wird.

Mal ganz ab gesehen davon, dass ich erwarte, dass Aufgaben außerhalb der Obsessionen und der reinen sub/DOM Beziehung völlig selbstständig erfüllt werden, da ich auf keinen Fall in irgend einer Form Lust empfinde, wenn ich meiner kleinen einkaufschlampe jedes mal aufschreiben muss, was im herrschaftlichen Haushalt benötigt wird.

Das ich Sonderwünsche deutlich und klar formuliere, ist eine Sache, aber wenn jeden Morgen Müsli gefrühstückt wird sollte auch klar sein, dass Müsli gebraucht wird.

*Madame*

In diesem Sinne immer schön aufrecht durchs Leben kriechen geiles miststück

Wenn du möchtest darfst du meinen "deine Nachricht" und "meine Antwort" auch in deinem Blog veröffentlichen

2 Kommentare:

  1. Eigentlich kann ich das alles mit unterschreiben. Bedarf keines weiteren Kommentars.

    Nur noch kurz zu der fett gedruckten Passage:

    Kann ich aus Erfahrung nur bestätigen! - Allerdings möchte ich erleuternd hinzufügen, wie ich das oben gemeint habe:

    Die Belange der Herrin haben immer vorrang. Wenn z.B. eine Session gelant ist und Herrin kann, egal aus welchen Gründen auch immer, nicht, so hat das Sklave zu dulden, ohne zu maulen. (läuft ja letztlich nicht weg)
    Hingegen umgekehrt, vor allem bei 24/7/365 gibt es das nicht! Egal was Sklave denkt, im dazwischen zu kommen, er hat zu schweigen und seine Herrin nicht mit irgendwelchen Betteln zu belästigen. Eine aufmerksame Herrin merkt das sowieso und entscheidet selbst von sich aus, ob die geplante Entwicklung ein verschieben der Session erfordert oder nicht.

    Könnte dazu noch viele Situationen als Beispiel bringen. Ich hoffe das eine verdeutlicht, wie in etwa ich das mit dem "primär" und "sekundär" gemeint habe.

    Zu gegebener Zeit, werde ich auch noch einen Beitrag zum Thema "Wie stelle ich mir die Dame vor, von der ich mich 24/7/365 unumkehrbar und absolut tabulos versklaven lasse?" bringen.

    AntwortenLöschen
  2. Die kleine Erläuterung macht einiges klarer und für alle verständlicher.

    Sehr gut miststück

    *Madame*

    AntwortenLöschen